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Bildquelle: World  Scientific  Expedition  Network

Das weltberühmte Wahrzeichen der Stadt Lhasa ist der Potala, ein riesiger Palastbau, der sich über dem Nordteil erhebt. Hier residierte der Dalai Lama bis die kommunistischen Chinesen Tenzin Gyatso, den 14. Dalai Lama, ins Exil vertrieben. Die Arbeiten an diesem prachtvollen Bauwerk begannen 1645, kurz nachdem Losang Gyatso, der 5. Dalai Lama, der wegen seiner Weisheit, Toleranz und Regierungskunst der "Große Fünfte" genannt wurde, an die Macht kam. Der Potala ist nach dem Berg Potalakra benannt, dem himmlischen Sitz von Avalokiteshvara, dem Bodhisattva des Erbarmens und Schutzgott von Tibet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der frühere Sommerpalast des Dalai-Lama und zwei große Klöster am Rande der Stadt.
Lhasa war bereits im 7. Jahrhundert das geistige Zentrum Tibets, im 9. Jahrhundert kurzzeitig dessen Hauptstadt. 1642 wurde der fünfte Dalai-Lama (1617-1682) auch weltlicher Herrscher des Landes. Unter seiner Regierung wurde die Stadt prachtvoll ausgestaltet und mit dem Bau des Potala-Palastes begonnen. Mit Ausnahme einiger Pilger und Missionare kamen erst 1904 die ersten Europäer mit einer britischen Expedition unter Leitung von Sir Francis Edward Younghusband nach Lhasa. 1951 wurde die Stadt von den Chinesen besetzt. Der 14. Dalai-Lama musste 1959 während eines fehlgeschlagenen tibetischen Aufstands gegen die chinesische Fremdherrschaft aus dem Land fliehen. Während der chinesischen Kulturrevolution in den späten sechziger Jahren wurden zahlreiche Tempelbauten und Kunstschätze zerstört oder beschädigt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 343 000.

Quellen: Bertelsmann Discovery 1999; Microsoft Encarta 1998; Zeit der Drachen (Jetsun Pema)

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