.

Der Do Khyi

Do Khyi: Erziehung, Haltung

Förderkreis Tibethunde 

Der Do Khyi stirbt aus?

CERS

 

.....

(Quelle: Geo Themenheft Himalaya)

Der Do-Khyi ist die größte der tibetischen Hunderassen. 

Traditionell begleitete der Do-Khyi die Herden der Nomaden als Herdenschutzhund. Er bewachte während der Wanderungen die Tiere und die Jurten der Hirten. Bei Bedarf wurde er ebenso als Träger für die wertvollen Salzsäcke eingesetzt oder leistete wertvolle Dienste im Bewachender Dörfer und Klöster. Der Name "Do-Khyi" bedeutet "Angebundener Hund". Dieser Name resultiert aus der Tatsache, dass der Do-Khyi angebunden wurde, damit sich Fremde unbehelligt der Jurte, den Dörfern oder dem Kloster nähern konnten.

Bildquelle: http:www.mongoliatoday.com/issue/8/dog_intro.html
Bildquelle: http:www.mongoliatoday.com/issue/8/dog_intro.html

In Tibet gab es keine Rassehundezucht im heutigen Sinn und nach optischen Kriterien. Ein uniformes Aussehen wie wir es in der modernen Rassezucht sehen war unnötig und der Gebrauchsfähigkeit kontraporduktiv . 

Hunde wurden einzig nach den ihnen zugedachten Aufgabenbereichen selektiert.

Somit sind optische Unterschiede in Körperbau oder Größe der Hunde im Ursprungsland bzw. Verbreitungsgebiet des Do-Khyi nur verständlich und adäquat. Leichte, wendige und ausdauernde Hunde sind z.B. für gebirgige Regionen wesentlich besser geeignet als schwerfällige Hunde während man einen großen imposanten Wachhund auch gerne Körpergröße und -fülle zugestand.  

Bildquelle: http:www.mongoliatoday.com/issue/8/dog_intro.html Bildquelle: http:www.mongoliatoday.com/issue/8/dog_intro.html

Die Aufgabe eines Do Khyi besteht nicht darin, die Herde zusammenzuhalten oder zu treiben, wie es z.B. von den typischen Hirtenhunden wie Bordercollie, Cattle Dog etc praktiziert wird. 

Do Khyi wachen. 

Der Do Khyi macht normalerweise einen ruhigen und für manche Menschen evtl. auch phlegmatischen Eindruck. Dieser Schein trügt jedoch. Der Do Khyi ist jederzeit aufmerksame, beobachtet die Umgebung genau und nimmt diese im zugetragene Aufgabe des Wachens mit Mut und großer Ausdauer wahr. Es ist beeindruckend anzusehen, wenn der scheinbar schlafende Hund innerhalb von Sekunden sich wach und präsent präsentiert oder wie ein Kugelblitz in die andere Ecke des Gartens rennt, da er dort etwas Ungewöhnlichen gewahr wird. 

Nimmt der der Do Khyi eine Gefahr für die ihm anvertrauten Tiere oder Menschen gewahr, warnt er vorrangig mit seinem lauten und in seiner Tiefe beeindruckenden Bellen. Seine Größe, seine Erscheinung und sein Bellen sollten demjenigen, der sich der Herde oder dem Haus ohne Einladung nähert, Grund genug geben, den Rückzug anzutreten. 

Do Khyi zeigen eine sehr hohe Reizschwelle und Nervenstärke. Offensiv aggressive Angriffe sind selten und auch der Arbeit des Do Khyi kontraproduktiv. Läßt sich der vermeintliche Eindringling nicht durch das Bellen und die Präsenz de Do Khyi beeindrucken, kann es aber sehr gut sein, dass der Do Khyi innerhalb kürzester Zeit schnell und wendig seine Aufgabe wahrnimmt. 

Der Do Khyi ist hochintelligent. Nur wird der Do Khyi Entscheidungen "hinterfragen", Befehle "überdenken" und dann situationsbedingt und vor allem auf der Grundlage seiner Erfahrungen, seiner Sozialisierung und seiner Erziehung  handeln.  Der Do Khyi kann lernen und ist sehr wohl erziehbar und gut zu handeln. Allerdings ist die Erziehung de Do Khyi in der Regel zeitaufwändiger und man sollte die selbe Gelassenheit und Konsequenz an den Tag legen wie es in der Natur des Do Khyi selbst liegt. Der Do Khyi ist kein Befehls-Empfänger und in der Erziehung aufwändiger, als man es z.B. von einem Deutschen Schäferhund gewohnt ist. Erziehung durch Zwangseinwirkung wird keine Resultate erreichen sondern zum gegenteiligen Effekt führten: der Do Khyi verschließt sich. Für eine Karriere im Hundesport wird der Do Khyi nicht geeignet, von der Ausbildung als Schutzhund ist grundlegend und dringend abzuraten! Abwechslungsreiche Übungen in Obedience oder interessante Spaziergänge mit Spaß und Abwechslung weiß der Do Khyi aber sehr wohl zu schätzen. 

Der Do Khyi entfaltet sich in der Familie, wenn er als vollwertiger Partner und Familienmitglied leben kann. In diesem Umfeld wird er eine enge Bindung an die ihm vertrauten Menschen eingehen.  

Optimal lebt der Do Khyi auf einem großen Grundstück, auf dem er sich frei bewegen kann. Der Do Khyi darf nicht im Zwinger gehalten werden. Wir sagen hier bewußt "darf nicht", denn eine Isolation und Abtrennung von seiner Familie würde mit Sicherheit zu Verhaltenauffälligkeiten führen. 

Trotzdem sich der Do Khyi bei seiner Wachaufgabe auf dem heimischen Grundstück sehr wohl fühlt, sind regelmäßige Spaziergänge mit Hunde- und Menschenkontakt ebenso wichtig wie eine fundierte Sozialisierung und Gewöhnung an Umweltreize. Eine umfassende und interessante Sozialisierung ist unumgänglich, Grundgehorsam sollte bereits vom Welpenalter an spielerisch eingeübt werden. 

"Wer den Do Khyi als eigenständige Persönlichkeit akzeptiert und liebt, erhält in ihm einen wachsamen, zuverlässigen und liebevollen Partner." (Zitat www.foederkreis-tibethunde.de)

In der ursprünglichen Heimat des Do Khyi stellte und stellt er für die Nomaden, Bewohner und Klöster der Himalaya Region eine besondere Bedeutung und einen Großen Wert dar. Er ist ein wertvoller Teil der Lebensart und Kultur. Er ermöglichte es den Nomaden und deren Herden, vor Beutegreifern oder Viehdieben verschont zu bleiben und ihren wertvollen Besitz an Tieren zu erhalten. 

Bildquelle: China`s Tibetan Mastiff, Foreign Languages Press)

Im Gedicht "Lobe an den Hund" aus dem 19. Jahrhundert vom mongolischen Schrifsteller Sandag schreibt dieser: "Dogs are the most loyal friends. They will never change poor master for a rich herder, grown by poor nomad it will never follow even a khaan." 

Beim Do-Khyi handelt es sich um eine Rasse mit sehr alten Wurzeln.

Schon seit den Asien Reisen Marco Polos ist der Do-Khyi in`s Bewußtsein der westlichen Welt geraten. Die damaligen Erzählungen über riesenhafte Do-Khyi von bis zu 110cm Schulterhöhe sind  aber eher im Reich der Phantasie anzusiedeln.  

Im Zuge der chinesischen Besatzung wurde dieses wertvolle Kulturgut der tibetischen Nomadenkultur ebenso verfolgt und getötet wie die Tibeter selbst. Mit der Vernichtung der Beschützer der Herden sollte den Tibetern ihre Lebensgrundlage in der Viehhaltung erschwert und entzogen werden. Darüber hinaus wurden die Größe der Herden drastisch eingeschränkt, die traditionellen Wanderrouten verboten u.s.w.

Die Aussage, der Do-Khyi wäre der Urhund der heutigen Hunderassen und im Besonderen aller Herdenschutzhundrassen ist zwar interessant aber mit Sicherheit nicht korrekt. 

Über die Jahrhunderte hinweg war der Do-Khyi Begleiter der Nomaden der Himalaya Region. Er bewachte die Herden und trug auch bei Bedarf als Lasttier das wertvolle tibetische Salz zu den Verkaufs- und Tauschorten.

Auf den Wanderungen der Nomaden wurden immense Strecken zurückgelegt. Ihre Wanderungen und Pilgerreisen führten die Tibeter unter anderem bis nach Afghanistan oder in die Mongolei, wobei sie von den Do-Khyi begleitet wurden. Umgekehrt pilgerten mongolische Mönche regelmäßig zu den heiligen Stätten Tibets.   

In der Mongolei gibt es nach wie vor Hirtenhunde, die in ihrem Aussehen dem Do-Khyi auf`s Haar gleichen und sich dort unbeeinflusst von modernen Tendenzen der Rassehundezucht in ihrer Ursprünglichkeit erhalten haben. Diese traditionellen Hunde der mongolischen Hirten werden "Konch Nokoi" oder "Gharzh" genannt.

Auf diesen Wanderungen und Pilgerreisen fanden - selbstverständlich - Verpaarungen mit Hunden anderer Rassen oder anderer Schläge statt. Es wäre sehr erstaunlich, wenn tibetische Hirten Verpaarungen auf ihren Wanderungen verhindert hätten, um dem Gedanken der "Reinheit der Rasse Do-Khyi" zu erhalten. Man muß es immer wieder betonen: traditionellen Herdenschutzhunde oder andere Hirtenhunde wurden rein nach der Gebrauchsfähigkeit ausgesucht (selektiert). 

Grundsätzlich waren und sind Verpaarungen vor dem Hintergrund der Selektion nach Gebrauchsfähigkeit  der Gesundheit einer Rasse zur zuträglich im Gegensatz zur heutigen Rassehundezucht, die fast ausschließlich ihr Augenmerk auf das Aussehen legt. 

Mit Sicherheit haben Hirten in den unterschiedlichen Regionen vorrangig  Europas und Asiens (unseres Wissens gibt es traditionell in Amerika und und Australien keine Herdenschutzhunde) parallel zur Entwicklung des Do-Kyhi ebenfalls für ihre Zwecke geeignete Hunde selektiert und etabliert. 

Die ersten Nachweise für den Import von Do-Khyi nach Europa stammen aus der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Diese Hunde wurden als Ausstellungsware in Zoos gezeigt und weniger als Haushunde gehalten und gezüchtet. Die Do Khyi Zucht in Europa mit ihren wenigen Hunden ging in den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges verloren oder sie verstarben. 

Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wird der Do-Khyi im Sinne der "modernen" Rassehundezucht gezüchtet hat sich in erster Linie als Haushund ohne seine traditionellen Aufgaben zu erledigen, etabliert. 

.
.
nach oben