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Der Do Khyi

Do Khyi: Erziehung, Haltung

Förderkreis Tibethunde 

Der Do Khyi stirbt aus?

CERS

 

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Der Do Khyi wird im allgemeinen der Gruppe der Herdenschutzhunde zugerechnet 

Herdenschutzhunde wurden und werden in ihren Ursprungsländern als Beschützer der Vieherden, aber auch als Hof- und Wachhunde gehalten. 

Zur Gruppe der Herdenschutzhunde gehören unter anderem:  

Akbash, Aidi, Karabash, Kangal, Slovensky Cuvac, Mastino Espanol, Mastin de los Pirineos, Cao de Serra da Estrella, Rafeiro do Alentejo, Castro Laboreiro, Pyrenäen Berghund, Carpatin, Polski Owczarek Podhalanski, Mioric, Tornjak, Berger de Brie, Owtscharka (Kaukasischer-Mittelasiatischer-Südrussischer), Kuvacs, Sarplaninac, Kommondor, Maremanno Abruzzese...

Trotz sehr unterschiedlicher Erscheinungsbilder gleichen sich alle Herdenschutzhunde in bestimmten äußeren Merkmalen. Sie sind groß und robust. Ihr Bellen wirkt sehr beeindruckend und ihre Kraft und  Konstitution ist bemerkenswert. Alle Herdenschutzhunde haben einen ausgeprägten Territorial- und Schutzinstinkt. Fremden gegenüber sind Herdenschutzhunde meist mißtrauisch.

Ebenso wie Hirtenhunde sind Herdenschutzhunde „Mitarbeiter“ der Hirten. Der Unterschied liegt darin, daß der Hirtenhund aufgrund von speziellen Befehlen des Hirten seine Aufgabe erfüllt, z.B. die Herde beisammenhält. Der Herdenschutzhund erfüllt aber seine Aufgabe –den Schutz der Herde vor Beutegreifern oder aber auch Viehdieben- eigenverantwortlich und selbstständig. Die Größe und Imposanz von Herdenschutzhunden macht es nur selten notwendig, daß sie bei Bedrohung der Herde unmittelbar angreifen müssen. Vielmehr beeindrucken Herdenschutzhunde in erster Linie durch ihre Präsenz und vertreiben instinktsicher durch tiefes Knurren und ausdauerndes Bellen. Herdenschutzhunde zeichnen sich in dieser Hinsicht durch eine hohe Reizschwelle aus, d.h. zu Kämpfen kommt es äußerst selten.

In ihren Heimatländern werden Herdenschutzhunde nur nach der Eignung ausgewählt, ob sie ihre Aufgaben zukünftig erfüllen werden können. Zucht im Sinne von Schönheit auf Äußerlichkeiten wird kaum betrieben. Äußerliche Merkmale sind nur dahingehend von Bedeutung, daß ein großer imposanter Hund natürlich abschreckender wirkt als ein Hund von Dackelgröße. 

Herdenschutzhunde werden auf die Herde geprägt und die Sozialisation erfolgt auch ausschließlich in diesem Umfeld. Ein Herdenschutzhund-Welpe wird bei der Herde gehalten, wächst dort auf, bekommt dort sein Futter etc. Die Prägung auf die Nutztiere ist wesentlich intensiver als auf den Menschen, die Herde wird das primäre soziale Umfeld des Hundes. Das ermöglicht es dem Herdenschutzhund auch ohne Einwirkung und Beisein eines Menschen der Aufgabe des Bewachens der Herde nachzukommen.    

Hierbei unterscheidet sich der Do-Khyi ein wenig von anderen Herdenschutzhunden. 

Es erfolgt beim Do-Khyi eine Prägung im gesamten sozialen Umfeld, d.h. auf die Familie und auf die Herde. Do Khyi bewachen die Herde bzw. das Zelt, das Kloster etc. aufgrund von territorialen Ambitionen.   

Um das Territorium, das sie zu bewachen haben, gut überschauen zu können, suchen sich Do Khyi aber auch andere Herdenschutzhunde gerne erhöhte Plätze aus. Scheinbar unbeteiligt liegt der Hund da und scheint zu dösen, er macht oft einen unbeteiligten, phlegmatischen Eindruck. Im Bruchteil einer Sekunde aber steht er parat, wenn er Gefahr wittert. Einem Do Khyi entgeht nichts. Besonders in der Dämmerung und nachts zeigt sich die ausgeprägte Aufmerksamkeit dieser Hunde.

Der Herdenschutzhund sucht den Kontakt zu seinen Menschen und will als vollwertiges Familienmitglied eingebunden werden. Fremden Menschen gegenüber wird der Herdenschutzhund in der Regel reserviert sein, der Familie ist er aber ein liebevoller, loyaler und oftmals verschmuster Genosse.   

Haltung eines Do Khyi

Sicherlich ist für einen Hund dieser Größe und mit diesen Bedürfnissen ein Haus mit Garten die beste Wahl. So wird man zumindest seinem Schutz- und Territorialinstinkt einigermaßen gerecht. Wichtig ist darüber hinaus, den Garten genügend hoch einzuzäunen. Es gibt wahre Ausbruchkünstler unter den Do Khyi. Ein gutes Verhältnis zum Nachbarn kann unter dem beeindruckenden und bislweilen ausdauernden Bellen des Hundes zuweilen leiden.

En Do Khyi ist (wie jeder andere Hund auch) auf keinen Fall zur Zwingerhaltung geeignet! Grundsätzlich ist reine Zwingerhaltung Tierquälerei! 

Beim DO Khyi und anderen Herdenschutzhunden stellt Zwingerhaltung neben tierschutzrelevanten Aspekten aber auch eine gewisse Gefahr dar. Die Hunde verkümmern und haben keine Möglichkeiten, ihr umfangreiches Verhaltensrepertoire auszuleben. eine Umfassende und kontinuierliche Sozialisation ist unmöglich. Da mag es nicht verwundern, wenn sie unerwünschte – und aufgrund der Haltung unnatürliche - Verhaltensweisen an den Tag legen. Ausschließlich im Zwinger gehaltene Do Khyi laufen Gefahr, aggressiv und nicht mehr führbar zu werden. 

Ein Garten darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß man auf jeden Fall dem Hund genügend Auslauf, Möglichkeiten zum Kennen lernen von Hunden und Menschen und Möglichkeiten zum Spiel bieten muß. Do Khyi sind sicherlich keine Langstreckenläufer wie z.B. ein Husky, aber sie sind ausgesprochen ausdauernd und schätzen lange Spaziergänge. Motto: in der Ruhe liegt die Kraft.  

 Erziehung eines Do Khyi

Do Khyi sind in Deutschland sehr selten und das ist auch gut so. Diese Hunde stellen ganz besonderen Anforderungen an den Besitzers in Bezug auf Haltung, Erziehung, Beschäftigung und Verständnis für die speziellen Verhaltensweisen und Bedürfnisse dieser Rasse. 

Der Do Khyi braucht sehr lange zur Ausreifung und während dieser Zeit muß Erziehung mit einer liebevollen Konsequenz und besonderem Einfühlungsvermögen betrieben werden. Einem Do Khyi kann man nicht auf herkömmliche Weise etwas beibringen und die in der Regel auf dem Hundeplatz praktizierten Ausbildungsmethoden fruchten bei ihnen selten bis gar nicht. Zwar gibt es vereinzelt Do Khyi, die auch erfolgreich eine Begleithundeprüfung absolvieren können, trotzdem  wird der Do Khyi niemals hundertprozentig folgen. 

Dem Do Khyi ist Kadavergehorsam völlig fremd. Sie sind sind äußerst klug und eigeninitiativ und sie müssen verstehen, warum sie eine Aufgabe auszuführen haben. Übungen müssen über einen langen Zeitraum immer wieder, aber nie ermüdend für den Hund ausgeführt werden. Selbstverständlich können Do Khyi zu zuverlässigen Familienhunden herangebildet werden. Ihre hohe Reizschwelle unterstützt das unkomplizierte Zusammenleben mit diesen freundlichen Hunden.  

Ein Do Khyi kann sich sehr wohl in ein Familienrudel eingliedern. Er wird aber niemals totale Unterwerfung oder Selbstaufgabe dem Halter gegenüber zeigen. Er ist ein vollwertiges, selbstständiges und selbstbewußtes Familienmitglied und möchte entsprechend behandelt werden. 

Sollte man auf ausschließlichen und schnellen Gehorsam eines Hundes bestehen und sollten diese langfristige Konsequenz u. regelmäßige Hinterfragung durch den Hund zu anspruchsvoll sein, ist die Wahl einer anderen Rasse sicherlich das Beste. Man tut dem Do Khyi und auch sich selbst damit einen großen Gefallen. 

Besonders anzumerken ist hierbei unbedingt, daß Do Khyi niemals mit Gewalt erzogen oder zu etwas gedrillt werden dürfen! Ein Do Khyi (aber auch jeder anderen Herdenschutzhund)  der mit Brutalität und Gewalt zu etwas gebracht wird, kann zur Gefahr werden! Darüber hinaus darf ein Do Khyi auf keinen Fall eine klassische Schutzhundeausbildung bekommen. Der natürliche und auch ohne Ausbildung adäquat vorhandene Schutztrieb könnte durch diese Ausbildung über die Maßen verstärkt und womöglich unkontrollierbar gemacht werden!  

Die geduldige, konsequente, persönliche Autorität des Halters wird dem Do Khyi seinen Platz im Familien-Rudel zuweisen. 

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