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Der Dalai Lama ist das geistliche und politische Oberhaupt des tibetanischen Buddhismus. Der Dalai-Lama gilt als die Inkarnation des Bodhisattva Avalokiteshvara und als Reinkarnation seines jeweiligen Vorgängers. Es wird gesagt, dass die Seele des Dalai-Lama nach seinem Tod in den Körper eines männlichen Neugeborenen eingeht, der dann wegen bestimmter körperlicher Merkmale als neue Inkarnation erkannt und zum neuen Dalai-Lama erklärt wird.

Unter "Lama" versteht man einen spirituellen Lehrer im Buddhismus, der seine Schüler in einer besonders engen Beziehung auf dem Weg zum Heil begleitet und anleitet. Der Ehrentitel "Dalai" stammt aus dem Mongolischen und bedeutet übersetzt ungefähr "Ozean des Wissens".

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Der Erste, der den Titel Dalai-Lama trug, war Sonam Gyatso, ein Großlama des Drepung-Klosters und Oberhaupt des Gelugpa-Ordens („Gelbmützen"), der den Titel im Jahr 1578 von dem Mongolenherrscher Altan Khan erhielt. Der Titel wurde dann rückwirkend auf alle früheren Ordensoberhäupter übertragen. 1642 setzte dann der Mongolenführer Gushri Khan den fünften Dalai-Lama (1617-1682) als geistlichen und weltlichen Herrscher von Tibet ein. Seine Nachfolger regierten Tibet anfangs als Untergebene der Mongolen und danach, von 1720 bis 1911, als Vasallen des Kaisers von China.

Als die chinesischen Kommunisten 1950 Tibet besetzten, gerieten sie in zunehmenden Konflikt mit Tenzin Gyatso, dem 14. Dalai-Lama. Nach einem erfolglosen Aufstand im Jahr 1959 verließ er das Land und lebt seither in Indien. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis für seinen gewaltlosen Widerstand gegen die chinesische Herrschaft in Tibet.
Im Frühjahr 1998 gab der Dalai-Lama bekannt, dass er keinen Nachfolger haben wolle, denn die Demokratie sei das beste Gesellschaftssystem: „Wenn eine Institution, die vor 600 Jahren entstanden ist, in der modernen Zeit ihre Bedeutung verliert, ist es logisch, sie abzuschaffen".
Der Pantschen Lama ist der spirituelle Führer des Lamaismus.

(Quelle www.tibetinfos.de)

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